Selbstexperiment: Chinesisch (Mandarin) lernen, Tag 1
Koreanisch lernen hatte einen grossen Einfluss auf mein Verständnis von Sprachen, Kultur und meine eigene Identität. Zum ersten Mal seit Jahren beginne ich wieder bei Null und lerne eine neue Sprache: Mandarin.
Meinen Lernprozess beim Koreanisch habe ich nie richtig dokumentiert. Deshalb lässt es sich rückblickend nicht mehr ganz nachvollziehen, wann ich welche Lernstrategie angewendet hatte. Was mir aber geblieben ist, sind die Methoden, die mich am meisten weitergebracht haben. Und genau diese Methoden möchte ich jetzt auf das Erlernen einer neuen Sprache übertragen. Ich bin der Überzeugung, dass es eine gesunde Mischung aus kulturellem Inhalt und Disziplin braucht. Deshalb habe ich mir als erstes einen klaren Lernplan erstellt. Jeden Tag wird Vokabular neu gelernt und repetiert. Dazu benutze ich den Algorithmus aus der Anki App bzw. aus Gabriel Wyner’s «Fluent Forever» – eine Lektüre, die ich jedem Sprachliebhaber empfehle.
Zusätzlich setze ich mich jeden Tag der Sprache über Musik und Film aus, um meine Ohren an den Klang zu gewöhnen und mit der Zeit Worte und Sätze aufzuschnappen. Genau diese beiden Punkte haben mir beim Koreanisch lernen am meisten geholfen.
Ich möchte aber dieses Mal einen Schritt weiter gehen und gleich die Aussprache mittrainieren. Mandarin ist bekanntlich eine tonale Sprache und dementsprechend ist es wichtig, sich die Aussprache von Anfang richtig einzuprägen. Dazu verwende ich täglich eine Aussprachtabelle, um mir die Laute einzuprägen.

Einen Fehler, den ich beim Koreanisch lernen begangen habe und dieses Mal korrigieren möchte, ist das Schreibsystem. Dieses Mal will ich mich gleich an die Tastatur gewöhnen, die auch in China am häufigsten verwendet wird. Dabei geht es mir in erster Linie auch nicht darum, von Hand die Zeichen richtig schreiben zu lernen, sondern sie beim Tippen zu erkennen und richtig einzusetzen. D.h. wenn ich im Internet unterwegs bin, verwende ich nicht einfach nur «Kopieren und Einfügen», sondern schreibe die Wörter gleich mit den chinesischen Zeichen ab.
Mein Lernvokabular setzt sich zusammen aus einem Basiswortschatz, den ich anhand von Seiten aus dem Internet zusammenstelle und Songtexten von Songs, die ich mir täglich anhöre. Indem ich Songs einstudiere, lerne ich gleichzeitig die richtige Aussprache und präge mir Worte auf eine kreative Weise ein.
Meine Schwerpunkte in diesem Monat sind also: Aussprache und Repetition.
Warum denn aber ausgerechnet Mandarin?
Wenn es eine Sprache gibt, die für uns Deutschsprachigen mindestens so schwierig ist wie Koreanisch, dann ist es wohl Chinesisch. Aber gleichzeitig handelt es sich bei Mandarin um eine Sprache, die einem in vielen Bereichen zugutekommen wird. Gleichzeitig habe ich schon länger eine Faszination für die Sprache und auch bereits chinesisches Entertainment konsumiert. China ist zudem eines der Länder, das ich in Zukunft gerne einmal bereisen möchte. Ich erhoffe mir auch, dass meine Koreanischkenntnisse mir bei meinem Lernprozess helfen werden. Die beiden Sprachen sind zwar sehr unterschiedlich, haben aber meines Wissens auch gewisse Gemeinsamkeiten. Beim Lernen wird sich dann aber herausstellen, wie sehr mein Koreanisch tatsächlich helfen wird.
Für jetzt freue ich mich einfach darauf, mich mit der Sprache vertraut zu machen, ein Ton, ein Satz und ein Song nach dem anderen.