Sprache über Musik lernen
Kann man Sprache lernen mit Musik kombinieren? Aus eigener Erfahrung würde ich behaupten, dass das durchaus möglich ist.
Vor zehn Jahren, noch bevor ich richtig mit dem Koreanisch lernen angefangen hatte, lernte ich koreanische Songtexte auswendig. Der Hauptgrund war damals, dass ich die Noraebang (Karaoke)-Kultur in Südkorea erleben wollte. Damals waren die Koreaner, die mich in die Tradition einführten, beeindruckt davon, dass ich den koreanischen Zeichen auf dem Bildschirm folgen konnte, obwohl ich knapp ein paar Worte auf Koreanisch über die Lippen brachte.
Es gibt einen guten Grund dafür. Ein Laut lässt sich einfacher einprägen, wenn er in Verbindung zu einer Melodie steht. Anders als Dialoge oder Vokabellisten bleibt ein Song länger im Gedächtnis. Und es ist ein guter Weg, um den Lesefluss zu verbessern, insbesondere bei Sprachen, die eine andere Schrift verwenden.
Genau das habe ich in letzter Zeit mit Mandarin ausprobiert. Seit einer Woche höre ich mir täglich chinesische Songs an. Anfangs sah ich nur ein verschwommenes Bild von Zeichen. Inzwischen lassen sie sich immer besser identifizieren. I erkenne sogar bereits Zeichen, die ich beim Vokabeln lernen angetroffen hatte. Und dieses Gefühl von Fortschritt hält meine Motivation am laufen.
Das ist die Essenz des Ganzen. Durch Musik wird eine Sprache nicht bloss gelernt, sondern gleichzeitig von einer neuen Seite erforscht. Sie stärkt die Motivation so wie es Grammatiklektionen selten tun. Und als Bonus kann man eine neue musikalische Welt entdecken. Chinesische Musik hatte ich nämlich zuvor noch nicht in meinen Playlists.
Also, wenn du gerade eine Sprache am lernen bist, höre dir einen Song an. Vielleicht verstehst du mehr als du denkst.